mausblond

Eintrag vom 26.08.2026 23:13
Ich habe seit etwas mehr als einer Woche die meisten Social-Media-Apps, die zum ewigen Scrollen einladen, von meinem Smartphone gelöscht und es ist mega. Mich hat es genervt, wie viel Zeit ich verschwendet habe, wie oft ich aus Langeweile oder um mich abzulenken bestimmte Apps geöffnet habe. Fürs Körperbild wars auch nicht gut, und so viel Inspiration selbst für Second-Hand-Konsum braucht kein Mensch. Da immer weniger meiner Freunde aktiv soziale Medien nutzen, bringt es sowieso immer weniger Spaß. Natürlich habe ich insbesondere auf TikTok auch viel gelernt und erfahren, was ich sonst nicht mitbekommen hätte, besonders Politisches. Es hat ein bisschen Twitter ersetzt. Darauf zu verzichten ist ärgerlich, aber irgendwie ist es das auch nicht mehr wert. Twitter hat nie so viel Zeit gekostet und dass es nicht so bild-/videobasiert war, war anscheinend was Gutes. Wenn ich Insta nutzen will, nehme ich jetzt mein sehr langsames und ruckeliges, altes iPhone, das seinen Platz neben dem Sofa nicht verlassen darf. Auf Tiktok oder Pinterest hatte ich bisher noch keine Lust. #medien
Eintrag vom 25.08.2026 09:03
Am Wochenende war ich mit Gasher auf dem Letsch Rock, ein sehr kleines Festival in Mecklenburg-Vorpommern. Ich mag eigentlich keine Festivals: Zu viele Menschen, wenig Schlaf, wenig Komfort, zu viele Reize, Overload. All diese Dinge spielten auch beim Letsch Rock eine Rolle, proportional zur Größe des Festivals immerhin weniger als sonst. Aber so ein kleines linkes Rock-Festival auf einem Hof, das ist schon was cutes. #diary
Eintrag vom 20.08.2026 08:11
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netter gruß am morgen
Eintrag vom 19.08.2026 22:33
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creepy dolls sale
Eintrag vom 13.08.2026 21:18

cookie bite

Manchen von euch habe ich es schon erzählt: Ich habe herausgefunden, dass meine Art von Schwerhörigkeit auf Englisch “cookie-bite hearing loss” heißt, how cute is that? 🍪 (Auf deutsch heißt es wannenförmige Schwerhörigkeit, weniger cute.) Dass man damit mittlere Frequenzen schlechter hört, macht gerade Sprache schwerer zu verstehen. Also meine Begründung vom letzten Post macht nur zum Teil Sinn. Manche Buchstaben kann ich gut hören (f, s, t) andere sehr schlecht (u, ch, sch). Diese seltene Art des genetischen Hörverlusts haben 0,7 Prozent der Bevölkerung, was ich dann irgendwie doch gar nicht so selten finde. Gestern habe ich das erste Testhörgerät bekommen. Es fühlt sich genau nach dem an, was es ist: Die ganze Zeit berühren Fremdgegenstände das Innere der Ohren, ugh. Ich verstehe Sprache tatsächlich besser, aber alle anderen Geräusche auch. Das Rascheln von Kleidung. Ich höre Autos draußen auf der Straße stärker, wenn ich in einem Raum mit geöffnetem Fenster sitze. Und es knistert, wenn meine Haare die Hörgeräte berühren, was basically immer passiert. Ich weiß nicht, ob das so gehört oder nachjustiert werden muss. Einen Termin dafür habe ich schon. Es ist anstrengend, Menschen zuzuhören, wenn sie nicht in einer ruhigen Umgebung direkt vor mir sitzen, aber sich an ein Hörgerät gewöhnen auch. Ich habe es bisher nur wenige Stunden am Stück ausgehalten, aber eins nach dem anderen. #diary #hardofhearing
Eintrag vom 11.08.2026 09:46

Sag nicht immer “Hä”

Das erste, das mich die Ärztin fragte, als ich nach dem Hörtest mit der Arzthelferin vor ihr saß, war: “Gibt es in Ihrer Familie auch andere Fälle von Schwerhörigkeit?”. Die “Kurve” spräche dafür, dass es erblich ist, sehr wahrscheinlich von Geburt an. Eine Heilung gäbe es nicht. “Und das ist nie jemandem aufgefallen?” Hinterher habe ich Mama gefragt, aber ich wusste eigentlich, dass sie mit mir penibel alle U-Untersuchungen und Check-Ups wahrgenommen hat, die vorgeschrieben oder empfohlen waren. Vielleicht war ein Frequenz-Hörtest nicht vorgeschrieben oder empfohlen? Ich kann mich nicht erinnern, als Kind einen gemacht zu haben. Eine meiner frühsten Erinnerungen ist allerdings, wie meine Mutter zu mir sagt: “Sag nicht immer ‘Hä’. ‘Wie bitte’ heißt das. Hat Oma auch immer zu mir gesagt.” Naja! Für den Bootsführerschein musste ich einen kurzen Hörtest machen, bei dem ein alter Seemann (so sah er wirklich aus, mit weißem Backenbart und Fischermütze) in einer Ecke des Raumes stand und Wörter geflüstert hat. Manchmal konnte ich sie verstehen, manchmal nicht. Er pampte mich an, “Jetz konzentrrrieren Se sich ma!” und dann ging es. “Wurde also nicht ernst genommen” seufzte die Ärztin dazu, in einem Tonfall, der unangenehm danach klang, als hätte sie solche Ankedoten nicht zum ersten Mal gehört. Vor fünf Jahren war ich bei einer anderen HNO. Sie fragte mich nach dem Hörtest, wie ich denn meinen Alltag bewältigen würde. Weil die Ergebnisse beim Frequenz-Hörtest und bei der Sprachverständlichkeit so auseinandergingen, beschloss sie dann, dass ein Fehler beim Test passiert sein müsse. Ich bin so gewohnt, nicht ernst genommen zu werden, dass ich mir beim Warten vor dem Nachgespräch überlegt hatte, was ich bei einem normalen Testergebniss sagen würde - ist ja schon unangenehm anderer Leute Zeit zu verschwenden. Natürlich weiß ich, dass ich in Gruppen schlecht höre, bei Umgebungsgeräuschen oder wenn Kollegen am anderen Ende des Großraumbüros mich rufen. Letztens im Park ist Aran aufgefallen, dass ich manches Vogelgezwitscher höre und anderes nicht. Es stellt sich heraus, ich höre hohe Töne recht gut, daher kann ich Sprache verhältnismäßig okay verstehen. Tiefe Töne dagegen höre ich sehr schlecht. Schlecht genug für eine mittelgeradige Schwerhörigkeit. Ich bin direkt mit einer Verordnung für ein Hörgerät rausgegangen. Während die Arzthelferinnen es fertig machten, lief die Ärztin durch die Praxis und sagte mehrmals zu mir: “Sie sollten das schon ausprobieren, es gibt auch ganz kleine Hörgeräte. Sie sollten schon hören können.” Irgendwie surreal, “Sie sollten schon hören können.” Das ganze hat sich btw in einer Arztpraxis in Hermsdorf abgespielt, in der ich die einzige Kassenpatientin sein könnte. Das ausschließlich aus älteren blonden Frauen bestehende Personal war trotzdem sehr, sehr nett zu mir. Leider hat die Ärztin mir einen halben Herzinfarkt verursacht, als sie auf meine Frage, was Hörgeräte kosten, 2.500 Euro antwortete. Als die Arzthelferin mir die Verordnung gab, versuchte sie mir gut zuzureden: “Das ist doch nicht so schlimm. Hier kommen auch viele Kinder, die Hörgeräte tragen! Und Sie haben doch lange Haare, das sieht man gar nicht.” Ich glaube, ihr war nicht klar, dass ich ein Body Positivity und Disability Rights indoktrinierter feministischer Fan von Donna Haraways Cyborg Manifesto bin. Ein Hörgerät tragen ist okay für mich, aber bei 2.500 Euro kommen mir die Tränen. Komplett stimmt das natürlich auch nicht. Brillen sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig, aber eine Hörbehinderung ist schon irgendwie… anders. Es ist keine Verschlechterung, die vor kurzem passiert ist. Dass ich schlecht höre ist mir mindestens seit der Abi-Zeit bewusst. Was höre ich alles nicht? Wie hört sich die Welt wirklich an? Ist sie wirklich noch lauter als eh schon? Ich weiß jetzt glücklicherweise, dass die Krankenkasse bis zu 1.700 Euro bezuschusst, das reicht für viele Modelle. Den Rest des Tages habe ich durch Webseiten von Hörakustikern gescrollt. Die Produkte werden beworben mit: Und guess what, es spricht mich an. Wenn ich früher Produktbeschreibungen von Hörgeräten gelesen hätte, wäre mir vielleicht aufgefallen, dass meine Hörprobleme nicht nur vom ADHS kommen könnten. Leider bin ich zudem exakt das, was Hörgeräte-Anbieter als “technikaffine” Zielgruppe bezeichnen. Genau genommen heißen Hörgeräte mittlerweile Hörsysteme. Akku und Bluetooth scheinen nicht Standard zu sein und kosten möglicherweise extra. Eine kleine Aufmunterung war ein Blick auf die Pinterest-Suchanfrage “Hearing Aid Aesthetic”. Günstigere Hörgeräte, die außen am Ohr sichtbar sind, kann man immerhin bedazzlen und mit Charms und Perlen behängen. #diary #hardofhearing
Eintrag vom 01.08.2026 19:59

Vlogs aus Tokio und Shenzhen

Ich schaue immer noch sehr gerne Vlogs auf YouTube. Schnell sind Vloggerinnen aus China und Japan dazugekommen. Es ist schrecklich voyeristisch, aber auch so cozy und entspannt und interessant, wie der Alltag an anderen Orten auf der Welt aussieht. Ich finde es unglaublich angenehm, dass diese Vlogs zwar sehr ästhetisiert sind, aber nicht overpolished. Ihre Zimmer und ihre Outfits sind cute und man erkennt einen eigenen Stil, aber nicht unbedingt mehr, als in den Zimmern meiner Freund*innen. Man sieht schon Wohlstandsunterschiede je nach Land, aber für das jeweilige Land scheinen die Vloggerinnen recht wenig Geld zu haben und erwähnen das auch oft. Das bedeutet in Japan und China aber schon ein wenig mehr Platz, Privatsphäre und Komfort als in Vietnam, scheint mir. Tuma aus Japan hat sich von ihrem Mann scheiden lassen, ihre Stelle als salaryman (das nennt und übersetzt man wohl auch bei Frauen so) in Tokio aufgegeben, um aufs Land zu ziehen, immerhin mit guter Bahnverbindung in die Stadt. Dort arbeitet sie als Freelancerin. Sie scheint weniger Geld zu haben als früher, aber mehr Zeit. Leider musste sie noch einen Nebenjob annehmen, um die Steuern bezahlen zu können, die wohl auch in Japan kompliziert und hoch sind, wenn man selbstständig ist. Ihre Wohnung ist sehr zen und minimalistisch eingerichtet, vielleicht aber auch, weil sie nach der Scheidung nicht so viel stuff hat. Sie kocht gerne vegan / vegetarisch, ich weiß nicht, ob aus Geld-, Geschmacks- oder ethischen Gründen. Der Reis, den sie isst, wurde von ihren Eltern angebaut. Ting aus China stammt eigentlich aus der Provinz, aber lebt in Shenzhen. Sie lebt das big city life und sie lebt es sehr gerne. Durch ihren Job hat sie ihr Englisch verbessern können, was sie für ihre Vlogs nutzt. Sie verdient aber weniger als ihre gleichaltrigen Verwandten und das verunsichert sie. Nach der Arbeit gönnt sie sich gerne Snacks und Spaßgetränke, geht gerne auswärts essen. Sie geht immer spät nach der Arbeit einkaufen, weil es da Rabatt gibt. In Shenzhen kann sie sich nur eine sehr kleine Einzimmerwohnung leisten (noch ein bisschen kleiner, als das in Berlin üblich ist), die aber sehr süß und gemütlich eingerichtet ist. Sie kocht gerne und deftig, viel mit Fleisch, daher nicht ganz so inspirierend für mich. Gerade hat sie Besuch aus der Heimat von ihren Teenager-Geschwistern, denen sie die coolste Großstadt-Experience ermöglichen will und für die sie richtig splurged. Shenzhen ist als Tech-Großstadt bekannt, das schaut sie sich gerne an, hält aber nicht mega viel davon. Auch diese Vloggerinnen gehen einkaufen, kochen, berichten von ihrem Alltag, ihren Geldsorgen, Einsamkeit. Es geht auch ums Dinge kaufen, aber vor allem um Lebensmittel, um eine neue Tasse, ein schärferes Messer. Und meistens werden die Dinge lieber im Regal gelassen - und sich dafür gelobt. Ich empfinde das als so einen Kontrast zu üblichem Influencer Content. Niemand will einem etwas verkaufen. Und trotzdem habe ich mich influencen lassen: Tuma trinkt gerne Gerstentee, wie in Japan wohl recht üblich. Schmeckt auch gekühlt sehr gut, daher genau richtig für die Hitzewelle in Japan. Vielleicht auch für die nächste Hitzewelle in Berlin? Ich hätte schon länger gerne einen Tee oder ein anderes Heißgetränk ohne Koffein, das mir schmeckt und ich bin furchtbar krüsch / picky / wählerisch. Heute habe ich im Go Asia Gerstentee gekauft und guess what, der schmeckt mega lecker, heiß und kalt. Ich hatte so Angst ihn zu probieren, aber der schmeckt mir richtig gut! Ich habe übrigens auch Vloggerinnen aus Russland und Korea vorgeschlagen bekommen. Die aus Korea waren mir bisher dann doch zu durchästhetisiert und kitschig. Die Vloggerin aus Russland schien mir eine russische Version von Ballerina Farm (also tradwife). Mir wurde auch ein Vlog aus Berlin vorgeschlagen, da konnte man in der Vorschau aber schon sehen, dass die Person in einer fancy Altbauwohnung im Prenzlberg lebt und richtig viel Kohle hat. No thanks. #YouTube
Eintrag vom 26.07.2026 21:32

Was haben wir gelacht

Aran und ich haben "Was haben wir gelacht" (2026) im Kino geschaut. In dem Dokumentarfilm blicken Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins zurück auf das Unterhaltungsfernsehen der 1990er und 2000er Jahre, besonders Comedy-Sendungen. Die Protagonistinnen hatten alle seit Beginn ihrer Karrieren als Fernsehkomikerinnen mit einem sexistischen System zu kämpfen. Anpassen und aushalten von dummen, frauenfeindlichen Sprüchen und unkonsensuellen Berührungen wurde erwartet und belohnt. In der Doku wird das natürlich, unter anderem, mit Szenen aus "Wetten das...?" mit Thomas Gottschalk illustriert, in denen junge Frauen irritiert gucken, während Gottschalk sie betatscht. So seien aber eigentlich alle gewesen, heißt es von den Kommentatorinnen. Auch rassistische und homophobe Jokes von Harald Schmidt wurden gezeigt (mir war gar nicht klar, dass der so war). Heute haben viele der Frauen präzisere Worte für das Erlebte und analysieren es treffend als unfaire, gemeine, sexistische Scheiße. Als Scherze über sexuelle Belästigung, Vergewaltigung und Femizide, die auch damals nicht in Ordnung waren. Ich kannte viele der Namen nicht und war überrascht, welche Sexismus-kritischen Sketche Maren Kroymann in den Neunzigern schon machte. Auch, dass Hella von Sinnen von Anfang an "Haltung" hatte, wie sie es formuliert, sich nichts gefallen lies und dummen Männersprüchen Kontra gab, war mir so nicht klar. Kroymann wird im Interview mit einem problematischen Sketch konfrontiert, in dem sie sich über die häusliche Gewalt lustig macht, die Verona Feldbusch erlitten hat. Während des Interviews verteidigt sie das Gesagte zunächst, dann überlegt sie und erkennt später, dass es nicht in Ordnung war. Sie durchmacht vor der Kamera einen Reflexionsprozess, den viele ihrer männlichen Kollegen ihr ganzes Leben nicht auf die Kette bekommen haben. Dabei zuzusehen ist irgendwie heilsam. Überhaupt ist es irgendwie heilsam, die schockierten Gesichter dieser zum Teil älteren Frauen über die damaligen Zustände zu sehen, die sie nun aber kritiseren und einordnen können. Ich wollte den Film gerne sehen, weil ich immer noch Bedarf an machtkritischer Aufarbeitung dummer deutschsprachige Popkultur habe, wie sie auf RTL oder Pro7 lief. Insbesondere aus der Zeit, in der ich barely conscious war, aber viel Fernsehen geschaut habe und natürlich zu jung war, um das Gesehene zu reflektieren. Dafür war die Doku tatsächlich ziemlich gut. Dank der Doku weiß ich einmal mehr, dass diese Zeit eine sexistische Hölle mit ganz eigenem, spezifischen Flavour war (andere Zeiten sind es auch, aber eben mit anderem Flavour, vielleicht). Schade war, dass der chronologische Aufbau suggerierte, dass die Entwicklung bis heute thematisiert werden würde. Der Film endete aber quasi nach der Verona Feldbusch und Alice Schwarzer-Konfrontation. Schade, eigentlich. #doku #film
Eintrag vom 26.07.2026 14:30
asphaltprofis #eingenistet
Eintrag vom 25.07.2026 17:49
Blog-Bild
plakatieren verboten #streetshot