mausblond

Beiträge mit dem Hashtag: #medien
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Eintrag vom 26.08.2026 23:13
Ich habe seit etwas mehr als einer Woche die meisten Social-Media-Apps, die zum ewigen Scrollen einladen, von meinem Smartphone gelöscht und es ist mega. Mich hat es genervt, wie viel Zeit ich verschwendet habe, wie oft ich aus Langeweile oder um mich abzulenken bestimmte Apps geöffnet habe. Fürs Körperbild wars auch nicht gut, und so viel Inspiration selbst für Second-Hand-Konsum braucht kein Mensch. Da immer weniger meiner Freunde aktiv soziale Medien nutzen, bringt es sowieso immer weniger Spaß. Natürlich habe ich insbesondere auf TikTok auch viel gelernt und erfahren, was ich sonst nicht mitbekommen hätte, besonders Politisches. Es hat ein bisschen Twitter ersetzt. Darauf zu verzichten ist ärgerlich, aber irgendwie ist es das auch nicht mehr wert. Twitter hat nie so viel Zeit gekostet und dass es nicht so bild-/videobasiert war, war anscheinend was Gutes. Wenn ich Insta nutzen will, nehme ich jetzt mein sehr langsames und ruckeliges, altes iPhone, das seinen Platz neben dem Sofa nicht verlassen darf. Auf Tiktok oder Pinterest hatte ich bisher noch keine Lust. #medien
Eintrag vom 15.06.2026 18:14
Höre den Feuer & Brot-Podcast über Girls (nie geschaut). Es fällt die Aussage “Mir hat die Serie gezeigt, dass es erlaubt ist, als junge Frau die eigenen Erfahrungen, die eigene Lebensrealität zu zentrieren. Das gab es so vorher nicht.” Das ist cool, aber auch auch komisch. Mir fallen da spontan mehrere Namen ein, die das auch gemacht haben. (Natürlich) die Brontës, Sylvia Plath, Annie Ernaux. Da gibts sicher viele mehr, bestimmt auch in der Popkultur. Muss jede Generation neu entdecken, dass man das darf? Wie mühsam. #medien #thoughts
Eintrag vom 13.06.2026 17:28

Eine Frau namens Naddel

Ich habe während des Urlaubs die fünf Folgen des SZ-Podcasts “Eine Frau namens Naddel” gehört und, man kann es sich denken, es war depressing. Die feministische Aufarbeitung der boulevardmedialen Berichterstattung über Nadja Abd el Farrag und ihrer on-off Beziehung mit Dieter Bohlen ist wirklich sehr gelungen. Ich habe in zu jungen Jahren viel zu viel RTL geschaut und empfinde solchen Content fast schon als therapeutisch. Ich erinnere mich sogar, irgendwann in der Grundschule (?) diesen schrecklichen Zeichentrick-Film über Dieter Bohlens Leben gesehen zu haben. Die sexistischen Darstellungen von Frauen als “Luder”, Golddigger oder gescheiterte und peinliche Ex-Frauen und -Freundinnen in der Bildzeitung, RTL Exclusiv oder im Dschungelcamp hatte ich absolut verdrängt, waren aber definitiv akustischer Backdrop meiner Kindheit, denn der Fernseher lief irgendwie immer, egal wo. Wobei die analytische Arbeit dann irgendwie auch schnell gemacht ist. Die Beiträge über Naddel von den Neunzigern bis, naja, eigentlich bis zuletzt, waren sexistisch, unfair, brutal. Es ist schockierend, wie mit dem Thema häusliche Gewalt umgegangen wurde. Wie insbesondere männliche Moderatoren mit ihr umgingen. Man möchte sich nicht ausmalen, was das mit Frauen gemacht hat, die ähnliches Zuhause erlebten, aber diesen Mist im Fernsehen serviert bekamen. Was auch schlimm ist: Ihr Leben scheint erstaunlich schnell auserzählt zu sein. Abusive Partner, toxische Beziehung, Mittellosigkeit, Substanzprobleme. Struggle. Die Autorin hat sich noch die Mühe gemacht, ein uplifting Ende zu formulieren. Sie hatte ja ein wildes Leben, und auch Pferde und Hunde. Ich weiß ja nicht. Wie überhaupt fünf Folgen zusammenkamen, ist mir ebenfalls unklar. Deprimierend. Hoffentlich blieben die vielen guten Dinge einfach nur privat, oder so. #medien #podcast